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16.07.2025

Branchenempfehlung fordert verlässliche Rahmenbedingungen für Biogas

Führende Unternehmen der Biogasbranche, darunter auch biogeen, haben eine gemeinsame Branchenempfehlung für die kommende Legislaturperiode veröffentlicht. Ziel ist es, den politischen Handlungsdruck zu verdeutlichen und die Rolle von Biogas für eine sichere, saubere und bezahlbare Energieversorgung zu stärken.

Fünf konkrete Maßnahmen für eine zukunftsfähige Biogasstrategie

Biogas leistet bereits heute einen wichtigen Beitrag zur Energiewende – jährlich werden über 20 Millionen Tonnen Treibhausgasemissionen vermieden. Als flexibel einsetzbarer Energieträger versorgt Biogas Haushalte und Industrie mit Strom, Wärme und Kraftstoffen. Darüber hinaus ist es eine erneuerbare Energiequelle aus dem biogener Kohlenstoff gewonnen werden kann und damit einen zentralen Baustein für die Dekarbonisierung industrieller Prozesse darstellt.

Trotz dieser Potenziale steht die Branche unter wachsendem Druck. Fehlende politische Planungssicherheit gefährdet Investitionen, führt zu Stillstand bei Anlagen und droht, wertvolle Produktionskapazitäten dauerhaft zu verlieren.

Die Unternehmen biogeen, BALANCE, DAH, EnviTec, Loick, NEXOGAS und Verbio mit zusammen fast 300 Anlagen, 800 MW Leistung und 8 TWh grüner Energieproduktion – haben fünf konkrete Maßnahmen in ihrer Branchenempfehlung für die nächste Legislaturperiode 2025–2029 formuliert:

1.)
Sicherung der bestehenden Optionen des Gasnetzzugangs aus der Gasnetzzugangsverordnung, um den Anschluss von Biogasanlagen an das Gasnetz zu realisieren. Nur so kann das zu Erdgasqualität aufbereitete Biogas in der bestehenden Infrastruktur kosteneffizient transportiert, gespeichert und flexibel stofflich und energetisch im notwendigen Umfang genutzt werden.

2.)
Weiterentwicklung einer langfristigen, praktikablen und sicheren Rahmengesetzgebung für die Biogasproduktion, die mittels sektorübergreifenden oder sektorspezifischen Ausbaupfad Investitionssicherheit schafft (bspw. mit einer Grüngasquote sowie einer Erhöhung des EEG-Ausschreibungsvolumens). Dazu gehört, dass der Bestandsschutz bei der Umsetzung von EU-Recht angemessen gewürdigt wird.

3.)
Schaffung einer einheitlichen, zentralen Lösung zur Nachweisführung von europäischen und nationalen Zertifizierungen zur Nachhaltigkeit, Herkunftsnachweisen, Subventionen und Nachweisverpflichtungen, in der alle relevanten Daten gesammelt werden können, um die Vielzahl bestehender Register abzulösen. So wird ein fairer Wettbewerb und EU-weiter Handel gewährleistet. Außerdem werden Fehler, Doppelbuchungen und überbordende Kosten vermieden.

4.)
Vorrang für Genehmigungsverfahren, der dazu führt, dass alle Projekte im Bereich erneuerbare Energien diskriminierungsfrei in Organisation und Dauer des Verfahrens zur Genehmigungserteilung beschleunigt und bevorzugt werden. Das ist eine wesentliche Gelingensbedingung für die notwendigen Investitionen in die heimische Erneuerbaren Branche.

5.)
Abschaffung von Biomassebeschränkungen für die Biogasproduktion und Biogasvermarktung, die über die Nachhaltigkeitskriterien und weitere Regelungen der europäischen Erneuerbare-Energien-Richtlinie hinausgehen, um einen möglichst hohen Anteil des verfügbaren heimischen technischen Primärenergiepotenzials von Biogas zu nutzen.

Diese Branchenempfehlung wurde an Bundestags- und Landtagsabgeordnete, Ministerien und Verbände versendet, mit der Hoffnung auf konstruktive Gespräche und Bewegung.

Biogas braucht jetzt verlässliche politische Rahmenbedingungen, um seine Wirkungskraft voll entfalten zu können und Teil der Lösung bleibt.